Termindaten

1807W01
Musik und Spracherwerb - Fachtagung an der Landesmusikakademie NRW


Kategorien

Musik in der Flüchtlingsarbeit, Musik in der Kita, Projekte, Musikpädagogik
Zielgruppen

Pädagogen/innen, Ehrenamtliche in der Flüchtlingsarbeit, Musikpädagog/inn/en, Erzieher/innen
Termin

12.01.2018 - von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Ort

Landesmusikakademie NRW e.V.
Steinweg 2
48619 Heek-Nienborg
Deutschland
Anmeldeschluss

12.01.2018 10:00 Uhr
Verfügbarkeit

Preis

10,00 Euro
Teilnahmeentgelt inkl. Verpflegung, zahlbar vor Ort
Dateianlagen

Öffentliche Dateien (1)
Geschütze Dateien (1)
Geschützte Dateien sind nur für Teilnehmer sichtbar.

Inhalt

Es gibt zahlreiche Ansätze zur Verbindung von Musik und Sprachförderung, die zunehmend Relevanz entwickeln. Ob für Kinder ohne altersgemäße Sprachentwicklung, für Jugendliche, die zuhause kein oder nur wenig Deutsch sprechen, oder für Erwachsene, die als Geflüchtete oder Zugewanderte mit unterschiedlichem Bildungshintergrund nach Deutschland gekommen sind – musikalische und insbesondere sängerische Ansätze unterstützen hier neue Wege auf dem wichtigen Feld des Spracherwerbs. In der Tagung geht es um einen Überblick über unterschiedliche Methoden und Konzepte, die sich dem fördernden Zusammenspiel von Musik und Sprache widmen.

In Vorträgen, praktischen Workshops und Gesprächen werden Sprachförder-Konzepte aus Sicht des schulischen Musikunterrichts, aus Erfahrungen mit Flüchtlingsprojekten, in Kombination mit Musik und Bewegung sowie mit musiktherapeutischem Hintergrund vorgestellt. Für die Teilnehmenden besteht die Möglichkeit, zwei der insgesamt sechs parallel stattfindenden Workshops zu besuchen.

Die Tagung findet in Kooperation mit dem Landesverband der Musikschulen in NRW statt und wird durch eine Sonderförderung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen ermöglicht.

ABLAUF

10:00 Uhr Begrüßung
Drei Impulsvorträge
"Sprache lernen durch Musik, Singen und Tanz", Prof. Dr. Magnus Gaul, Universität Regensburg
"Durch Musik zur Sprache", Prof. Dr. em. Rosemarie Tüpker, Universität Münster
"Spracherwerbsförderung im Musikunterricht mit Geflüchteten", Prof. Dr. Dorothee Barth, Universität Osnabrück
11:15 Uhr Kaffeepause
11:30 Uhr Moderiertes Podiumsgespräch mit den Referenten zum gegenwärtigen Stand und den Perspektiven musikalischer Sprachförderung in Deutschland
12:45 Uhr Mittagsimbiss
13:45 Uhr Workshops 
15:00 Uhr Kaffeepause
15:15 Workshops Wiederholung
16:30 Uhr Ausblick und Verabschiedung
17:00 Uhr Ende der Tagung

Moderation: Claudia Belemann   
  
-Änderungen vorbehalten-  

WORKSHOPS

Workshops (jeder Workshop wird zwei mal angeboten):

Prof. Dr. Magnus Gaul, Universität Regensburg
„SPRING“ – (SPRache lernen durch sINGen, Bewegung und Tanz)
SPRING ist ein an der Universität Regensburg entwickeltes Programm zur Sprachförderung mit Musik. Es verbindet das Erlernen von Sprache mit vielfältigen musikalischen Formen in Dialogen, im szenischen Spiel, in eingängigen Liedern, Bewegungselementen und im Tanz. SPRING orientiert sich an den Grundlagen des Faches Deutsch als Zweitsprache (DaZ).

Prof. Dr. Dorothee Barth, Universität Osnabrück
Klassensongs und Lieder zur deutschen Geschichte
Vorgestellt werden zwei Ansätze, die reale Gesprächsanlässe schaffen bzw. kulturgeschichtlich orientiert sind. Ein Klassensong drückt das gemeinsame Lebensgefühl einer Klasse aus – hier kann sich keiner der Schülerinnen und Schüler entziehen. Im anderen Ansatz werden Lieder und Songs für Sprachlernklassen aufbereitet, die Ereignisse verarbeiten, die im kollektiven Gedächtnis „der Deutschen“ fest verankert sind.

Isa Schreml, Musikschule Bochum
Manfred Grunenberg, Musikschule Bochum
„Musikalische Lernbegleitung“ für Ankommende
Dieses Modul bietet einen Einblick in den aktuellen Stand der Entwicklung einer „Musikalischen Lernbegleitung“ für Ankommende, die sich die Sprache der Aufnahmegesellschaft aneignen. In diesem Konzept werden die Methoden der elementaren Musikpädagogik in Kombination mit dem DAZ-Unterrichtswerk „Schritte 2“ auf das Themenfeld Musik und Spracherwerb übertragen. Im Mittelpunkt stehen daher Lieder und Rhythmen, die auf diese Aufgabe zugeschnitten und an einzelne Stufen des Lernens angeschlossen sind. Die positiven Effekte – das Aktivieren von Gruppenmitgliedern und eine Verbesserung des Lernklimas –werden direkt sichtbar.

Ursula Kerkmann/Beate Glombek, Carl Stamitz Musikschule Köln-Porz
Lieder zum Ankommen – Singen mit geflüchteten Kindern
Positive Erfahrungen mit Singprojekten in Grundschulklassen waren der Anlass, diese auch auf Vorbereitungsklassen auszuweiten. Zunächst wird in die Bedeutung des Singens als Medium für den Spracherwerb eingeführt und dabei einem ganzheitlichen Ansatz gefolgt, in dem sich akustische, visuelle, motorische, rhythmische und kognitive Wahrnehmung vereinen. Im Praxis-teil lernen die Teilnehmenden die positiven Effekte dieser Methodik aus der Sicht der Schüler/innen kennen.

Alexander Riedmüller, Rhythmiker, Berlin
Rhythmik und Sprachförderung für Deutsch als Zweitsprache
Je besser Musik, Bewegung und Sprache miteinander verknüpft werden, umso größer sind die Chancen für ganzheitliches und nachhaltiges Lernen. Die Arbeitsweise der Rhythmik verbindet diese drei Bereiche. In diesemImpuls-Workshop wird sie mit konkreten Beispielen von Aufgabenstellungen im Kontext des DaZ-Unterrichts vorgestellt.

Oliver Schöndube, Musiktherapeut, Osnabrück
Prof. (em.) Dr. Rosemarie Tüpker, Universität Münster
Konzept – „Durch Musik zur Sprache“
Einblicke in das Konzept „Durch Musik zur Sprache“. Zielgruppe sind Vorschul- und Grundschulkinder, die nicht über eine altersgemäße Sprachentwicklung verfügen. Den Teilnehmenden wird die Möglichkeit gegeben, eigene Erfahrungen im Umgang mit den Spielen zu machen und dadurch deren Wirksamkeit zu betrachten. Aspekte der kindlichen Entwicklung werden zu den Spielformen in Bezug gesetzt, sodass deutlich wird, welche Mittel helfen können, um Kinder in ihrer psychosozialen, emotionalen und dadurch auch verbalen Entwicklung zu unterstützen.  
Träger

Landesmusikakademie NRW e.V.