Die Gemeinde Heek

Geschichte der ehemaligen Gemeinde Heek
Das Gebiet der Gemeinde Heek war schon viele Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung besiedelt, was zahlreiche Urnenfunde beweisen. Die Bewohner wählten zur Ansiedlung vorzugsweise sandige Höhen, die, von Heideflächen und Niederungen umgeben, in dieser Gegend in reichem Maße vorhanden waren. Der Ortsname dürfte abgeleitet sein von »Eiche«, zumal der Sage nach hier eine berühmte Eiche gestanden hat. Die Pfarre in Heek wird erstmals 1256 urkundlich erwähnt, doch sprechen verschiedene Indizien dafür, dass Heek schon zu Zeiten des Heiligen Ludger (um 800) bestanden hat, dem auch die Kirche geweiht ist. Berühmte Söhne Heeks waren der Humanist Alexander Hegius (ca. 1433 – 1498) und der 1602 geborene Nicolaus Schaten, der sich Verdienste um die westfälische Geschichte erwarb und bedeutende theologische Schriften veröffentlichte. 1593 wurde Heek im spanisch-niederländischen Krieg ausgeplündert, 1623 von den Truppen Christians von Braunschweig und den Kaiserlichen Tillys umkämpft. Die Pest raffte große Teile der Bevölkerung dahin. Von 1816 bis 1975 gehörte Heek zum Kreis Ahaus. Die ersten Straßenverbindungen schuf man 1855 von Ahaus nach Nienborg, und 1902 erhielt der Ort eine Bahnverbindung. Noch bis etwa 1880 gaben große Heideflächen der Landschaft ihr Gepräge. Die Einwohner hielten Heidschnucken, deren Wolle zu Garn verarbeitet wurde, und bauten Flachs an. Aus der Hausweberei entwickelte sich eine blühende Textilindustrie, die 1933 stillgelegt wurde.

Geschichte der ehemaligen Gemeinde Nienborg
Als das Herzogtum Sachsen Heinrich dem Löwen abgesprochen worden war, erhielten die Bischöfe von Münster weltliche Macht. Diese musste gegen die benachbarten selbstständigen Adelsgeschlechter verteidigt werden. Der damalige Fürst und Bischof Hermann II., Graf von Katzenelnbogen, fand im heutigen Ortsteil Nienborg 1198 ein günstiges Gelände, um seine stärkste Landesburg zu errichten. Das Sumpfgebiet der Dinkel bot der Burg einen natürlichen Schutz. Sie erhielt den Namen »Castrum Novum« – Neue Burg – im Hinblick auf die bereits bestehenden älteren Burgen. Aus dieser Bezeichnung entwickelte sich der heutige Ortsname Nienborg. Besondere Stützpunkte innerhalb der Burg waren die Burgmannshäuser, deren Besitzer verpflichtet waren, dauernd auf der Burg zu wohnen und den Fürstbischof zu unterstützen und zu verteidigen.
Neben der Burg entstand durch die Ansiedlung von Handwerkern und Kaufleuten ein 1308 erstmals urkundlich erwähnter Ort. Bereits um 1350 erfolgte die Erhebung zur Stadt. Zwischen 1600 und 1800 sank der Ort wohl infolge der Bedeutungslosigkeit der Burg wieder zum Wigbold ab. Mehrfach wurde Nienborg gebrandschatzt und ausgeplündert. An Burgmannshäusern sind das »Hohe Haus«, das »Lange Haus« und der »Burgmannshof«, die Keppelborg, erhalten.

Zur gegenwärtigen Situation
Die heute rund 8.500 Einwohner zählende, 6.902 ha große Gemeinde Heek liegt an der Entwicklungsachse der B 70 nahe der holländischen Grenze zwischen den Mittelzentren Ahaus und Gronau. Sie bildete sich 1969 aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Heek und Nienborg. Das Eigenleben der beiden Ortsteile setzt sich bis in die Gegenwart fort, wenngleich die grundlegenden Planungen gemeinsam verfolgt werden. Die Infrastruktur der Gemeinde konnte so in den letzten Jahren erheblich verbessert werden. Siedlungshäuser vergrößern den Baubestand, Gewerbegebiete werden ausgewiesen und bebaut. Neben einer in der Umstrukturierung befindlichen Landwirtschaft können sich Handwerk und Handel behaupten und weiter entfalten. Die Modernisierung der in vielen Bereichen tätigen Klein- und Mittelbetriebe gewährleistet die Wettbewerbsfähigkeit. Überdies beherbergen die Ortsteile Heek und Nienborg Kunstdenkmäler und Sehenswürdigkeiten von Rang. Mit dem Anschluss an die A 31, die das Ruhrgebiet mit der Nordseeküste verbindet und in Ortsnähe die B 70 kreuzt, hat die Gemeinde Heek mit der gesamten Region einen erfolgreichen weiteren Schritt in die Zukunft gemacht.

Touristische und kulturelle Informationen
Gemeinde Heek · Bahnhofstr. 60 · 48619 Heek
Telefon: 0 25 68 / 93 00 20
Ansprechpartner: j.lammers@heek.de  E-Mail
Homepage: www.heek.de  Link
E-Mail: info@heek.de  E-Mail