Entstehung, bauliche Konzeption und Lage

Nach den ersten Überlegungen im Jahr 1979 wurde 1983 das »Lange Haus«, eines von drei erhaltenen Burgmannshäusern der ehemaligen Ringburganlage Nienborg, zur Keimzelle der Landesmusikakademie, die 1989 von Kultusminister Hans Schwier ihrer Bestimmung übergeben wurde. Neben dem »Langen Haus« (1554) mit seinem historischen Ambiente und der daran anschließenden Parkanlage entstanden zwei Gästehäuser. Unterhalb steht die Mensa, in die das »Haus Wilpers« (16. Jahrhundert) integriert wurde. Ein weiteres Gästehaus am Ortsrand wurde 1995 angemietet. Mit Hilfe des Landes NRW konnte im Juni 2000 ein Bürgerhaus auf der Burg erworben und umgebaut werden. Seit April 2003 steht es als weiteres Gästehaus mit gehobenem Standard für Dozenten und Erwachsenenbildung zur Verfügung. Damit kann die Akademie nun 144 Übernachtungsplätze überwiegend in Einzel- und Doppelzimmern anbieten. Wenige Schritte vom historischen Burgbereich entfernt steht als Herzstück der Akademie das Musikzentrum, ein weitgezogener, flacher Gebäudekomplex, der sich architektonisch gut in das Erscheinungsbild des Ortsteils Nienborg einfügt.

Nach modernen Gesichtspunkten funktional gestaltet, genügt das Musikzentrum hohen technischen wie musikakustischen Ansprüchen und schafft darüber hinaus mit zeitgemäßen ästhetischen Mitteln eine kreative Arbeitsumgebung. Mit seinen drei Sälen, von denen der Konzertsaal bis zu 300 Personen fasst, sieben Seminarräumen, fünf Übezellen, zwei Percussionräumen, dem Tonstudio und der Musikbibliothek sowie dem Verwaltungstrakt beherbergt es den künstlerisch-pädagogischen Bereich und die Administration.

Das Land Nordrhein-Westfalen finanzierte 90% der Kosten für Bau und Einrichtung der Landesmusikakademie NRW. Die institutionelle Förderung durch den Ministerpräsidenten NRW und ein erheblicher Eigenanteil aus wirtschaftlichen Einnahmen ermöglichen ihren Betrieb.

Vor den Toren der Städte Ahaus und Gronau, nahe der Autobahn 31, in der beschaulichen Ruhe des westlichen Münsterlandes liegt die Gemeinde Heek mit ihrem Ortsteil Nienborg, der die Landesmusikakademie NRW beherbergt. Die typisch münsterländische Parklandschaft aus lichten Buchen- und Eichenwäldern, mit kleinen Gewässern und Gräften, die zahllose trutzige Burgen, Herrenhäuser und Schlösser umschließen, übt einen besonderen Reiz aus. Zu den ältesten »Perlen des Münsterlandes« zählt die Ringburganlage Nienborg (1198) mit ihren drei erhaltenen Burgmannshäusern. Sie zeugt von der münsterländischen Baukunst zwischen Mittelalter und Renaissance. Von der Anhöhe der Burg weitet sich der Blick in die Auenlandschaft. Die Burg strahlt Ruhe, Behaglichkeit, Solidität aus und lädt zur Sammlung, Reflexion und Entspannung ein. Eines der Burgmannshäuser, das »Lange Haus«, dient der Akademie als Tagungshaus. Es gehört zu den sieben Gebäuden, die im Ortszentrum von Nienborg den Lebens- und Arbeitsraum der Landesmusikakademie NRW bilden. Vier Gästehäuser, die Mensa und der mittelalterliche Gewölbekeller der Burgstube sorgen daneben für einen behaglichen Aufenthalt, während das moderne Musikzentrum ideale Arbeitsmöglichkeiten bietet. Es ist so gut in das Ortsbild integriert, dass sich seine Weitläufigkeit dem Besucher erst beim Begehen erschließt.