Die »Sammlung Tilo Medek«

Im August 2008 erwarb die Landesmusikakademie NRW mit Unterstützung der Gesellschaft der Freunde und Förderer aus dem Nachlass des Komponisten Tilo Medek eine mehr 1.000 Bände umfassende musikwissenschaftliche Bibliothek, die im unteren Foyer des Musikzentrums der Akademie als geschlossene Sammlung aufgestellt und nach der Aufnahme in den EDV-Katalog der Musikbibliothek als Präsenzbestand zugänglich gemacht wird.

Der Komponist Tilo Medek (1940–2006) hat ein umfangreiches, alle Gattungen umfassendes Werk hinterlassen. Die Instrumentalliteratur reicht von Solowerken über mannigfache kammermusikalische Besetzungen bis hin zu Instrumentalkonzerten (u.a. für Klavier, Orgel, Violine, Cello, Flöte oder Marimbaphon), die Vokalliteratur von Liedern und Liedzyklen über unbegleitete Chorwerke bis zu Kantaten für Soli, Chor und Orchester (u.a. »Todesfuge«, »Gethsemane«, »Der Frieden wird immer gefährlicher«), die Bühnenwerke vom Singspiel bis zur abendfüllenden Oper (u.a. »Appetit auf Frühkirschen«, »Katharina Blum«). Einen wichtigen Raum nehmen auch Werke für Kinder- und Jugendchor ein (u.a. »Kindermesse«, »So ein Struwwelpeter«, »Deutschlandlieder«, »An den Aether«). Ein Großteil seiner Werke gehört zum Bestand der Musikbibliothek der Landesmusikakademie NRW. Presseartikel


Foto: Mark Leonhard

Biografie
Geboren am 22.01.1940 in Jena (Thüringen).
Ab 1959 Studium der Musikwissenschaft an der Humboldt-Universität und Komposition an der Deutschen Hochschule für Musik in Ostberlin bei Rudolf Wagner-Régeny.
1964 Diplomarbeit in Musikwissenschaft. Anschließend Meisterschüler bei Rudolf Wagner-Régeny an der Deutschen Akademie der Künste zu Berlin (DDR) bis 1967.
1977 Ausbürgerung aus der DDR im Zusammenhang mit der Biermann-Affäre. Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland mit Wohnsitz zunächst in Adscheid bei Hennef an der Sieg, danach in Unkel am Rhein und ab 1985 gegenüber auf der Rheinhöhe bei Remagen.
Zahlreiche internationale Auszeichnungen. Seit 1962 ununterbrochen freiberuflich tätig. Gründungsmitglied der Freien Akademie der Künste Mannheim und 1992 Ehrenkomponist des 8. Festival International des Chœurs d’Enfants in Nantes. Im Sommer 1994 Einladung in die Villa Massimo. 1999 korrespondierendes Mitglied des Collegium opaeum Jenense an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Tilo Medek starb am 03.02.2006.

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