»Neue Musik mit historischen Instrumenten«
Ein Förderprojekt für junge Komponisten in Zusammenarbeit
mit der Ensemblia Mönchengladbach und der musikFabrik NRW
gefördert von der Stiftung Kunst und Kultur NRW
Künstlerische Leitung: Johannes Kalitzke
Gesamtleitung: Ernst Leopold Schmid
Konzeption
Nachdem die klanglichen Möglichkeiten der klassischen Orchesterinstrumente weitgehend ausgeschöpft sind und auch die elektronische Klangerzeugung an Reiz verloren hat, war es Ziel des Projekts, der zeitgenössischen Musik neue Klangräume und damit neue Kommunikationsmöglichkeiten durch den Einsatz historischer Instrumente zu eröffnen. Dazu wurde die genaue Kenntnis des historischen Instrumentariums und der musikalischen Sprache wie der Rollen der jeweiligen Instrumente im historischen Ensemble und der Spielweise in Theorie und Praxis in Rahmen des Workshops vermittelt, um ihre Möglichkeiten für neue Kompositionen zu nutzen.
Zielgruppe
Zielgruppe waren Kompositionsstudierende und junge Komponisten. Der Anmeldung war eine eigene repräsentative Komposition beizufügen. Gasthörer konnten ebenfalls teilnehmen.
Struktur und Inhalte
Das Projekt wurde in zwei Teilen durchgeführt. In der ersten Projektwoche wurden die Teilnehmer von namhaften Künstlern mit Bau, Spielweise, Tonumfängen, Notation, Klangfarben und Funktion der Instrumente im historischen Ensemble und in Werken der neuen Musik vertraut gemacht. Dabei wurden auch ihre Möglichkeiten in der neuen Musik mit Johannes Kalitzke erörtert. Konzerte der Dozenten und ihrer Ensembles mit historischem und zeitgenössischem Repertoire rundeten die Seminare ab.
Nach Abschluss der ersten Projektwoche erhielten die Teilnehmer Gelegenheit, eine Komposition einzureichen. Bedingungen waren dabei eine Besetzung von drei bis zwölf Instrumenten, darunter historische Instrumente, und eine Aufführungsdauer von maximal 17 Minuten. Aus den vorgelegten Kompositionen wurden Werke zur Aufführung ausgewählt und deren Komponisten als Stipendiaten zur zweiten Projektwoche eingeladen.
Konzerte
In der zweiten Projektwoche wurden die ausgewählten Werke von der musikFabrik NRW und Spezialisten der alten Musik unter Leitung von Johannes Kalitzke einstudiert und in Konzerten in der Landesmusikakademie NRW vorgestellt. Eine Fachjury prämierte die Werke, die in einer weiteren Aufführung im Juni 2003 bei der Ensemblia Mönchengladbach erklangen. Dabei wurden die Preisträger mit ihren Werken öffentlich vorgestellt und ausgezeichnet.
Dozenten
Prof. Friedemann Immer (Köln) und Trompeten Consort Friedemann Immer, Barocktrompete und Zinken
Dr. Bernhard Moosbauer (Tübingen) und Ensemble, Barockvioline und Viola d‘amore
Niklas Trüstedt (Berlin) und Ensemble, Gamben
Prof. Renate Breilmann (Münster) und Ensemble, Krummhörner und Windkapselinstrumente
Stephan Rath (Essen), Laute, Theorbe und Chitarrone
Flautando Köln, Renaissance- und Barockblockflöten
Prof. Dr. Manfred Hermann Schmid (Tübingen), Wissenschaftliche Begleitung