»Die Geschichte von der Schüssel und vom Löffel«

Comic-Oper von Claus Kühnl
Libretto: Claus Kühnl und Michael Ende

Konzeption
Seit Eröffnung der Akademie gab es intensive Überlegungen, das Singen im Kindes- und Jugendalter durch ein Opernprojekt zu fördern, das in zeitgemäßer musikalischer Sprache, abseits von Kindertümelei, Kinder als Solisten und im Chor neben Berufssängern auf die Bühne bringen und die Besetzung des Orchesters durch Studenten und fortgeschrittene Musikschüler ermöglichen sollte. Vorbild dabei war das Erlebnis der Uraufführung von Hans Werner Henzes Pollicino 1980 im toskanischen Montepulciano. Die Vorbereitung der Oper hatte über Jahre die musikalischen Aktivitäten der Kleinstadt gebündelt, entwickelt und in die Produktion mit einbezogen. Weitere Erfahrungen bei der Koproduktion des Pollicino mit dem Nationaltheater Mannheim und der Städtischen Musikschule 1982 sowie mit Opernproduktionen des Tölzer Knabenchores kamen hinzu.

Entstehung
Die ersten Versuche, geeignete Stoffe mit einem Komponisten und Librettisten zusammenzubringen, erwiesen sich als schwierig und zeitaufwendig. So entschloss sich die Akademie schließlich, zunächst auf ein vorhandenes Stück zurückzugreifen. 1991 kam es zur Produktion und Aufführung der Oper Krabat von Cesar Bresgen. Bei der Premiere der Oper ergab sich ein erster Kontakt zu dem Komponisten Claus Kühnl, der sich schon länger mit dem Plan einer zeitgemäßen Kinder- und Jugendoper trug. Man einigte sich auf einen für beide Seiten interessanten Stoff.

Die Stiftung Kunst und Kultur NRW griff die Idee auf und sagte 1992 ihre finanzielle Unterstützung zu, so dass der Kompositionsauftrag im Juli des Jahres an Claus Kühnl vergeben werden konnte. Leider scheiterte dieser Plan an urheberrechtlichen Hürden. Schließlich erzählte Kühnl von dem großen Eindruck, den eine Erzählung von Michael Ende auf seine eigenen Kinder gemacht habe. Es war die Erzählung »Die Geschichte von der Schüssel und vom Löffel«. Damit war ein neuer, hochaktueller Stoff gefunden.

Während Claus Kühnl bei der Erstellung des Librettos mit Michael Ende zusammenarbeitete und die Komposition vorantrieb, suchte die Akademie Partner für die Produktion und Uraufführung des Werks. Versuche, im Verbund mit dem Kultursekretariat NRW in Wuppertal, Opernhäuser in NRW für eine Kooperation zu gewinnen, scheiterten an finanziellen und organisatorischen Problemen. Nachdem auch hier die Stiftung Kunst und Kultur NRW helfend zu Seite getreten war und mit der MusikFabrik NRW sowie der Oper im Revier in Gelsenkirchen kompetente Partner gefunden schienen, scheiterte auch dieser Plan kurz vor Produktionsbeginn. 1995 übergab Claus Kühnl die Partitur seiner Oper an die Landesmusikakademie NRW und widmete sie dem Initiator des Projektes, Ernst Leopold Schmid. Ein in seiner Konzeption für die zeitgenössische deutsche Oper einmaliges Werk war geboren. Ein zuverlässiger Produktionspartner konnte zu dieser Zeit noch immer nicht gefunden werden.

Schließlich gelang es Ende 1997, das Stadttheater Bielefeld zu gewinnen, die Oper in der Spielzeit 1989/99 im Rahmen eines Kammeropernprojektes des Kultursekretariats Wuppertal zu produzieren. Die Kindersolisten Elena Holzheimer und Arne Jungekrüger kamen von der Choralsingschule Gütersloh (Leitung: Sigmund Bothmann). Sie wurden ab April 1998 stimmlich und musikalisch intensiv von Ernst Leopold Schmid in Heek und Gütersloh auf ihre Aufgaben vorbereitet. Die komplizierten Chorpartien wurden von Mitgliedern des Akademiechores übernommen und vom 04. bis 07. August unter Leitung von Ernst Leopold Schmid im Beisein des Komponisten vom Tonstudio der Akademie in Heek für die Zuspielung bei den Aufführungen produziert. Die übrigen Rollen sowie das Orchester wurden vom Theater Bielefeld besetzt.

Aufführung
Am 08. September begann die Produktion, und am 11. Oktober erlebte die Oper in einer Inszenierung von Mauro Guindani und unter der musikalischen Leitung von GMD Peter Kuhn schließlich am Stadttheater Bielefeld ihre Uraufführung. Weitere Aufführungen fanden am 20., 22. und 30. Oktober, 03., 15., 19. und 22. November, 04. Dezember 1998, 03. und 06. Januar 1999 statt. Die Geschichte von der Schüssel und vom Löffel wurde vom Publikum quer durch alle Altersschichten mit Begeisterung aufgenommen und fand eine beachtliche bundesweite Resonanz in den Medien.

In den Hauptrollen waren zu sehen:
Csaba Markovits (König Pantoffel)
Silvia Hablowetz (Königin Pantine)
Arne Jungekrþger / Theodora Baka (Prinz Saffian)
Lassi Partanen (Balduin Bückling)
Michael Kampmeier (König Kamuffel)
Sharon Markovich (Königin Kamelle)
Elena Holzheimer / Franziska Kern (Prinzessin Praline)
Diana Amos (Serpentine Irrwisch)
Benjamin Armbruster (Erzähler)