»Sommerakademie«
50 Jahre Kunstlandschaften in NRW - Tradition, Strömungen, Perspektiven
1993 entstand auf Anregung der Staatskanzlei NRW, der Stiftung Kunst und Kultur NRW und der NRW-Stiftung die Idee für ein Kunstsparten übergreifendes Gemeinschaftsprojekt des Künstlerdorfes Schöppingen und der Landesmusikakademie NRW. Der 50. Geburtstag des Landes Nordrhein-Westfalen 1996 war Anlass, schlaglichtartig kulturelle Entwicklungen des Landes zu beleuchten. Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Johannes Rau veranstalteten die Landesmusikakademie NRW und das Künstlerdorf Schöppingen vom 26. August bis zum 05. September 1996 ein multikulturelles Projekt mit Künstlern, die aus Nordrhein-Westfalen stammen, hier leben oder arbeiten.
Dabei wurden Musik, Literatur, Bildende Kunst, Regie und Medienkunst collageartig verbunden und bühnenwirksam in Szene gesetzt. Das Künstlerdorf Schöppingen beteiligte sich mit Ausstellungen, Lesungen sowie einem Hörspielsymposium. Die Landesmusikakademie veranstaltete Workshops zur Neuen Musik für Instrumentalisten, Dirigenten und Komponisten. Dabei analysierten und musizierten die Teilnehmer nicht nur exemplarische Beispiele zeitgenössischer Musik, sondern brachten auch Werke der teilnehmenden jungen Komponisten zur Aufführung.
Mit der MusikFabrik NRW stand ein hochqualifiziertes Ensemble für Neue Musik zur Verfügung. Composer in residence war Vinko Globokar, der mit Johannes Kalitzke, Chefdirigent der MusikFabrik NRW, die Workshops leitete. Im zweiten Teil des Projekts ergab sich Gelegenheit, Mauricio Kagel bei der Probenarbeit eigener Werke mit der MusikFabrik NRW in Heek zu erleben. Ein faszinierendes Eröffnungskonzert, bei dem sich Vinko Globokar in einem Solorecital als Komponist, virtuoser Posaunist und Aktionsmusiker vorstellte, sowie ein Abschlusskonzert der MusikFabrik NRW unter Leitung von Johannes Kalitzke, bei dem sich die Workshopteilnehmer mit eigenen Werken und auch als Dirigenten bewîhrten, bildeten den musikalischen Rahmen in der Landesmusikakademie.
Ein weiterer Höhepunkt war die Performance »Installation - WortKlangBild«, bei der Wort, Musik und Szene ineinander flossen. Nach einem Konzert der MusikFabrik mit Werken Vinko Globokars lasen an sieben von Piotr Sonnenwend gestalteten »Wortstationen« die Literaten Ingrid Bachér, Jürgen Becker, Astrid Gehlhoff-Claes, Ludwig Soumagne, Thomas Kling, Max von der Grün und Heinrich Vormweg aus den Werken nordrhein-westfîlischer Schriftstellerkollegen. Den Abschluss bildete eine Performance von Monika Günther und Ruedi Schilling. Am folgenden Tag wurde die Veranstaltung in der Rotunde der Tonhalle Düsseldorf wiederholt.
Konzerte:
26. August, Heek: Solorecital - Vinko Globokar »Mein Körper ist eine Posaune«
30. August, Schöppingen: Hörspielgalerie;
31. August und 01. September, Heek und Düsseldorf: Live-Performance »Installation - WortKlangBild«
05. September, Heek: Abschlusskonzert