»War Requiem«
Oratorium von Benjamin Britten
Schon Anfang 1992 entstand an der Landesmusikakademie die Idee zu einem Oratorien-Projekt. Hintergrund war die Idee, eine Brücke zwischen der Laienmusik, jungen, besonders begabten Musikern und international renommierten Künstlern zu schlagen und dabei auch bewährte Oratorienchöre aus der Region mit einzubeziehen. Das gewaltige War Requiem von Benjamin Britten für drei Solisten, einen gemischten Chor und einen Knabenchor sowie zwei Orchester bot sich für dieses Vorhaben an. Die Nordrhein-Westfalen-Stiftung erklärte sich bereit, fördernd zur Seite zu treten.
In Zusammenarbeit mit dem Musikverein Gronau, der Euregio-Konzertgesellschaft Stadtlohn und dem Musikherbst Westmünsterland wurde das Projekt entwickelt. Zu den Oratorienchüren aus Gronau (Leitung: Klaus Büwering) und Stadtlohn (Leitung: Christoph Schümig) traten der Kammerchor der Musikhochschule Enschede (Leitung: Kees Stolwijk) und der Knabenchor Oldenzaal (Leitung: Herrmann Koops). Mit Uta Spreckelsen (Sopran), Mads Elung-Jensen (Tenor) und Berthold Possemeyer (Bariton) konnten renommierte Sänger verpflichtet werden. Für die Besetzung des Sinfonieorchesters und des Kammerorchesters war zunächst das Jugendsinfonieorchester NRW vorgesehen. Als dieser Plan unerwartet scheiterte, konnte kurzfristig die Junge Philharmonie Niedersachsen (Leitung: Thomas Dorsch) gewonnen werden. Die musikalische Leitung übernahm Fernando Eldoro, dem Thomas Dorsch als Codirigent für das Kammerorchester zu Seite trat. Es war ein Glücksfall, dass Fernando Eldoro nicht nur ein international renommierter Orchesterleiter ist, sondern auch ein Chordirigent mit großer Gestaltungskraft und Einfühlungsvermögen für die Arbeit mit Chören.
Nachdem die Chöre schon seit Anfang des Jahres die Einstudierung des sehr schwierigen Werkes unternommen hatten, begannen ab dem 13. September im Konzertsaal der Akademie die Schlussproben mit über 200 Chorsängern. Am 17. September übernahm Fernando Eldoro die Probenleitung, und ab dem 22. September trat auch das Orchester mit rund 100 Musikern hinzu. Die Probenarbeit in der Akademie und die Aufführungen erforderten umfangreiche Aufbauten und Transporte für die Chöre, das Orchester und die Solisten. Schließlich mündeten die musikalischen wie organisatorischen Anstrengungen aller Beteiligten in drei unvergessliche Konzerte in St. Agatha Gronau, St. Remigius Borken und St. Ludger Billerbeck am 26., 27. und 28. September. Mehr als 2500 Zuhörer kamen zu den Aufführungen, die Mitwirkende und Publikum tief bewegten.