»Starke Rhapsody in Brass: Furioser Abschluss der Brass Band Summer School im Musikzentrum«

Münsterland-Zeitung Ahaus, 06.09.2011

HEEK. Aus 96 Teilnehmern formten die Dozenten in einer Woche intensivster Arbeit im Rahmen der Brass Band Summer School in der Landesmusikakademie NRW vier Brass Bands und ein Percussion-Ensemble. Eindrucksvoll verabschiedeten sie sich mit einem Konzert, das Teilnehmer und Konzertbesucher auf ein Wiedersehn im nächsten Jahr am selben Ort hoffen lässt.

Mit Elan und Begeisterung reicherten die Teilnehmer das fast dreistündige Konzert an, das zum Schluss einen erneuten Auftritt der YBB NRW (Youth Brass Band) bot, die bereits einen Abend vorher konzertierte. Martin Schädlich leitet dieses Ensemble. Er hatte Richard Evans als künstlerischen Leiter der Sommerwerkstatt gewinnen können. Mit seiner lockeren, humorvollen Art gewann Evans seinerseits die Teilnehmer und ebenso die Konzertbesucher. Die Musik stand neben allem Wortgeplänkel im Vordergrund. Das Konzert wurde auf diese Weise zu einem wundervollen Statement für den besonderen Klang von Brass Bands, die nur aus Blechbläsern und Schlagwerk bestehen.

Präsentes Schlagwerk
Wie wichtig gerade das Schlagwerk für symphonische Orchester sei, demonstrierte Dirigent Peter Heijnen mit dem Percussion-Ensemble. Klangstark und ansprechend rhythmisch brachten sie Russland, die Wolga und die Tundra in einem Stück zum Klingen. Die Schnubb NRW (Schnupper Brass Band) mit den jüngeren Teilnehmern hatte für das Konzert Hollywood-Melodien, das Hauptthema des Films »Jurassic Park« und den Klassiker »Lullaby« von Johannes Brahms einstudiert. Höhepunkt war die Komposition »The Dark Side of the Moon« von Paul Lovatt-Cooper. Expressiv gefärbte Solostimmen vereinten sich immer wieder und entluden sich eruptiv unter der Führung der Kesselpauke.

Mehr als einmal offenbarte diese Musik, dass die Percussionisten nicht nur Beiwerk sind, sondern auch Führungsrollen gegenüber den Blechbläsern übernehmen können.

Ein ganz besonderes Klangerlebnis war der Auftritt der ebenfalls neu formierten Brass Band »The Big Cup«. Projektleiter Bernhard van Almsick bezeichnete das Ensemble als »Monster-Band«, da alle Teilnehmer zusammen unter dem wechselnden Dirigat von Richard Evans, Roman Marreck und Martin Schädlich spielten. Sie entwickelten ein derart dichtes Klangerlebnis, für das der Raum definitiv zu klein war.

Echte Leckerbissen
Richard Evans rundete mit seiner Academic Brass Band das Konzert ab. »Rhapsody in Brass« von Dean Goffin und »I Got Rhythm« von George Gershwin wurden unter dem fordernden Dirigat von Evans zu wahren Leckerbissen der Brass-Band-Kunst. Begeisterter Applaus belohnte immer wieder die Musiker und ihre Dirigenten.

Elvira Meisel-Kemper