»Akademie groß gemacht: Festredner bedanken sich für Ernst Leopold Schmids Engagement für die Musik«
Münsterland-Zeitung Ahaus, 02.07.2011
HEEK. »Die Landesmusikakademie in Heek – die erste und einzige im Land – ist ein echtes Aushängeschild für Nordrhein-Westfalen«, sagt Prof. Dr. Klaus Schäfer. Dabei richtet der Staatssekretär im Ministerium für Familie, Kinder, Jugend und Kultur seinen Blick fest auf den Mann, dem das vor allem zu verdanken sei: Ernst Leopold Schmid, seit 22 Jahren Akademiedirektor – und seit gestern Ruheständler.
Flöte und Geige treiben im Dialog miteinander die Melodie rasant nach vorne, Saxophon und Piano tanzen mit Leichtigkeit durch komplizierte Synkopen, und helle Knabenstimmen lassen den besungenen Auszug in die weite Welt als fröhlichen Spaziergang erscheinen.
Die Musik während der Feierstunde am Freitag übersetzt die Festansprachen in Töne: das vielfache Lob von Schmids hohem Arbeitstempo, die Leichtigkeit, mit der er die unterschiedlichen Handlungsfelder der Akademie bestellt habe, und den bevorstehenden Abschied. Denn Schmid scheidet nicht nur aus der Akademieleitung aus, ihn und seine Frau zieht es auch wieder zurück in ihre Heimat Bayern.
Zurück lässt er eine Landesmusikakademie, die nach Schäfers Ansicht »erwachsen geworden ist«. Schmid habe sie etabliert als bundesweit anerkanntes Institut mit ganz unterschiedlichen Ausrichtungen: als Ort der Qualifizierung sowohl für Laienmusiker als auch für künftige Berufsmusiker, als Zentrum der Lehrer- und Erzieherfortbildung, als Schule der Stimmbildung, als Treffpunkt internationaler Jazzgrößen und als Hort der Kinder- und Jugendoper.
Dass Schmid bei all seinen organisatorischen Aufgaben nie aufgehört hat, selbst Vollblutmusiker zu sein, betonen alle Redner. Der einstige Klavierschüler von Ludwig Hoffmann hat fast zehn Jahre als stellvertretender Chordirektor und Stimmbildner des Tölzer Knabenchores gearbeitet, bis er nach Heek wechselte.
Diese Begeisterung für Musik und Gesang vor allem an Kinder und Jugendliche weiterzugeben, ist ihm ein Anliegen – auch im Ruhestand, wie Schmid verspricht. Aber auch für zwei große Leidenschaften ganz jenseits von Musik und Familie – das Reisen durch Italien und das Motorradfahren – will er sich jetzt mehr Zeit gönnen. Nach dem gut zweistündigen Festakt hören die Gäste aus ganz Deutschland nicht auf, Schmid dafür alles Gute zu wünschen.
Sylvia Lüttich-Gür