»Kinder zur Kultur führen: Kulturministerin Ute Schäfer zu Gast in der Landesmusikakademie in Nienborg«

Münsterland-Zeitung Ahaus, 26.03.2011

HEEK. Der vor der Wahl versprochene Kulturrucksack ist noch nicht gepackt. Das Programm »Jedem Kind ein Instrument« (Jeki) bleibt vorerst auf das Ruhrgebiet beschränkt. Und ein Ausweg aus der Finanzkrise der Kommunen, in deren Fahrwasser die kommunale Kulturförderung dümpelt, ist nicht in Sicht: Gute Nachrichten hatte Kulturministerin Ute Schäfer nicht um Gepäck, als sie gestern die Landesmusikakademie besuchte – aber gute Absichten.

»Wir halten an dem Ziel fest, möglichst allen Kindern unseres Landes unabhängig vom Einkommen der Eltern, von der Herkunft und vom Wohnort die Chance einer musikalischen Grundausbildung zu bieten«, bekräftigte die SPD-Ministerin vor den zahlreichen Teilnehmern der Tagung »Schulische und außerschulische musikalische Bildung«. Für die Kultur gelte genauso wie für den Sport: »Möglichst früher Kontakt dazu legt ein Fundament für das ganze Leben.« Gerade die außerschulische Vermittlung – etwa in der Offenen Ganztagsschule – sei prägend.

Um diesen frühen Zugang zu ermöglichen, setzt Schäfer mittelfristig auf eine »Angebotspalette verschiedener Programme«. Die einzelnen Komponenten hat sie kurz skizziert.

› Kulturrucksack: »Da sind wir nicht so weit wie wir wollten«, räumte Ute Schäfer ein. Sie kündigte an, dass sie im Herbst Konkreteres sagen könne. Fest stehe: Bereits bestehende Projekte sollen mit neuen Angeboten korrespondieren: Kinder sollten nicht nur selbst aktiv werden, sondern der Kulturrucksack werde ihnen auch die Türen öffnen zu kulturellen Angeboten.

› »Kultur und Schule«: Das Programm, das Künstler vor allem in Ganztagsschulen Projekte durchführen lässt, habe sich voll bewährt. »Wir können die Nachfrage kaum stillen«, so Schäfer. Nicht nur die vermittelten kulturellen Inhalte seien wichtig: »Es ist gut, wenn Kinder Menschen im Schulbetrieb erleben, die keine Lehrer sind.«

› »Jedem Kind ein Instrument«: Das Projekt stand fast vor dem Aus, wie die Ministerin einräumte. Zu groß sei die Lücke zwischen den von der schwarz-gelben Vorgängerregierung eingeplanten Spendengeldern und der tatsächlichen Einnahmen gewesen. Eine Ausdehnung »in die Fläche« – und damit ins Münsterland – sei daher im Moment aber noch nicht zu möglich. Sobald eine »solide finanzielle Basis« da sei, wolle sie das ändern. Kulturstaatssekretär Klaus Schäfer – »weder verwandt noch verschwägert«, so die Ministerin – evaluiere zurzeit das Angebot. Der in den vergangenen Jahrzehnten ihrer Meinung nach zu sehr vernachlässigte Gesang solle künftig stärker einbezogen werden.

› Bildungspartnerschaften: Schäfer begrüßte, dass inzwischen 40 Schulen und 16 Musikschulen in NRW Bildungspartnerschaften vereinbart haben. »Wir brauchen diese kommunalen Allianzen.«  Mehr ...

Sylvia Lüttich-Gür