»Kultureller Small-Talk«

Ex-Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt auf Wahlkampftour in Heek und Schöppingen

Westfälische Nachrichten Gronau, 14.04.2010

Schöppingen/Heek - Premiere in der Landesmusikakademie: Erstmals trug sich gestern eine bekannte Politiker-Persönlichkeit in das neu aufgelegte Gästebuch der Einrichtung ein. Dass es eine Genossin war - ein wenig dürfte es die Heeker Christdemokraten, die in der Kommunalpolitik seit Jahrzehnten das Sagen haben, sicher ärgern. Aber immerhin, es war nicht irgendeine Politikerin, die sich da zur Freude von Direktor Ernst Leopold Schmid „verewigte“, sondern immerhin eine Ex-Bundesministerin. Der Wahlkampf in NRW machte es möglich: Ulla Schmidt, bis 2009 Ministerin für Gesundheit in der Großen Koalition, stattete der Akademie gestern Nachmittag einen Besuch ab. Mit dabei waren auch die Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer sowie die Landtagsabgeordnete und -kandidatin der SPD, Stefanie Wiegand.

Rund eine Stunde nahm sich die Ex-Ministerin, nunmehr „nur“ noch Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Aachen, für den Abstecher nach Heek Zeit. Interessiert nahm sie die Ausführungen ihres Namensvetters zur Kenntnis, ließ sich Aufgaben und Bildungsinhalte der Akademie erklären. Sie stimmte mit ihm überein, dass das Bewusstsein für kulturelle Bildung in der Gesellschaft steige und Projekte wie „Jedem Kind seine Stimme“ dazu beitrügen. „Kultur kann Kinder stark machen in einer Welt voller großer Herausforderungen“, stellte die SPD-Parlamentarierin fest. Für sie ist klar: Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten muss Kulturförderung verstärkt betrieben werden.

Kultureller Small-Talk war zuvor auch im nur wenige Kilometer entfernten Künstlerdorf in Schöppingen angesagt. Geschäftsführer Dr. Josef Spiegel unterrichtete den prominenten Gast über aktuelle Projekte der Stiftung, aber auch über das immer größer werdende Interesse an den zur Verfügung stehenden Stipendien. Spiegel: „In unserem Segment Kunst, Wissenschaft und Wirtschaft stehen wir absolut im Fokus.“ Ulla Schmidt nahm es mit Interesse auf und zeigte sich erstaunt, dass die Stiftung mittlerweile Bewerbungen aus weit über 100 Ländern erhält. „Können die Stipendiaten ihre Anreise nach Schöppingen denn überhaupt finanzieren?“, fragte sie Spiegel - und traf damit den Nagel auf den Kopf. Das sei ein Problem, an dem man aktuell verstärkt arbeite, so seine Antwort. Schmidt kündigte daraufhin an, über den Topf „Auswärtige Kulturpolitik“ eine Lösung finden zu wollen.

Zu Beginn ihrer kleinen Wahlkampf-Rundreise war die SPD-Politikerin am Mittag im St. Antoniushaus zu Gast. Dort diskutierte sie mit der Heimleitung über das Für und Wider der neuen Pflegetransparenzkriterien und nahm sich Zeit für einen kleinen Rundgang. „Ein modernes Haus mit einem jungen, hoch qualifizierten Personal“, zog sie ein sehr positives Fazit.

Von Ralph Schippers