»Werkstattkonzert: Vokales Vergnügen in Vollendung«

Münsterland-Zeitung, 30.03.2010

HEEK Ein rein vokales Vergnügen geistlicher, moderner Chormusik bereitete den rund 50 Zuhörern der Besuch des Werkstattkonzerts des Bachchors Gütersloh. Der Meisterkurs »Chorleitung« unter der Leitung von Professor Kurt Suttner hatte die 46 Sänger für zwei Wochenenden in die Landesmusikakademie geführt.

Besonders freute sich der Leiter der Akademie, Ernst Leopold Schmid. Suttner war es als Schmids Lehrer, der ihm in den 60er Jahren die Liebe zur modernen Chormusik vermittelt hat. Der Bachchor wurde 1946 gegründet als Chor der evangelischen Kirchengemeinde Gütersloh. Seit 1992 wird er von Kirchenmusikdirektor Sigmund Bothmann geleitet, der das Konzert mit dem Laienchor einstudiert hatte.

»Wenn ein Chor von verschiedenen Dirigenten geleitet wird, ist das eigentlich störend. Für junge Dirigenten ist das die Möglichkeit, sich auszuprobieren«, erklärte Suttner den steten Dirigentenwechsel innerhalb des Werkstattkonzerts. Zum international bestückten Programm der modernen Chormusik äußerte sich Suttner ausführlich. »Deutschland ist in der Chormusik nicht so vertreten. Werke des Norwegers Knut Nystedt (geb. 1915) werden in Europa am meisten aufgeführt«, so Suttner.

Mit »Gloria« und dem »Credo« aus der Missa brevis op. 102 von Nystedt begann das Konzert. Andrea Eich und Manuela Kögler waren die ersten Dirigenten aus den Reihen des Chors, die sich »ausprobieren« konnten, wie Suttner es angekündigt hatte. Erstaunlich, welche stimmliche Kraft dieser Chor in vierstimmigen bis zu zehnstimmigen Gesängen entwickeln konnte – und das bei einem erstaunlich jungen Altersdurchschnitt von 25 bis 30 Jahren.

Die lateinisch gesungenen Texte verbanden die einzelnen Kompositionen des Norwegers Trond Kverno sowie der Ungarn Lajos Bárdos und József Karai. Kvernos »Ave Maris stella« aus dem Jahr 1976 verglich Suttner mit der Wirkung der Ikonen-Malerei: »Kverno ist Bischof von Oslo. Seine Musik öffnet ein Fenster in eine andere Welt.«

1996 komponierte der gebürtige Amerikaner John van Buren das geistliche Werk »Gloria«, das bei jedem Laienchor zur festen Chorliteratur gehöre, so Suttner. Letztlich ließ er es sich nicht nehmen, zwei Kompositionen selbst zu dirigieren. Der Beifall des Publikums belohnte alle Akteure.

Elvira Meisel-Kemper

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