»Junge Bläser begeistern beim Konzert«
Münsterland-Zeitung 02.01.2010
HEEK Die Sprache des Applauses für das Konzert der Jungen Bläser-Philharmonie NRW unter der Leitung von Pierre Kuijpers im voll besetzten Konzertsaal des Musikzentrums der Landesmusikakademie NRW in Nienborg war mehr als eindeutig. Toll“ lautete das ausgesprochene I-Tüpfelchen der Begeisterung, das ein Besucher laut und deutlich in der Phase zwischen dem letzten Ton und dem aufbrausenden Applaus platzierte. Die 65 Musiker hatten dafür im Musikzentrum drei Tage gearbeitet, um ihre Konzerttournee mit einem neuen Programm in Nienborg zu starten. Erwachsen wirkten die jungen Akteure im Alter von 15 bis 25 Jahren in ihrer schwarz-weißen Kleidung. Erwachsen wirkte auch das anspruchsvolle Programm. Bestens platzierter Klangteppich der Blechbläser. Das Programm startete mit den tänzerisch-wirbelnden Melodien der Ouvertüre von Jacques Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“. Seidenweich hob sich die Klarinette des Konzertmeisters Koen Cuijpers im stark besetzten Klarinettenfeld im Wechsel mit den Querflöten heraus. Immer wieder wurde das Duett der Instrumentengattungen abgelöst von berauschendem, wohl dosiertem Trommelwirbel und einem bestens platzierten Klangteppich der Blechbläser. Cecilia Mutsaerts habe schon im niederländischen Königshaus gesungen, kündigte Moderatorin Annegret Schwiening-Scherl die Arien aus der Operette des Wieners Johann Strauß an. Genauso königlich hob sich Mutsaerts klarer, ausdrucksstarker Sopran aus dem brillanten Orchester heraus. Von Arthur Sullivan aus England spielte das Orchester vier Werke. Ein weiterer Hörgenuss: das Klezmer-Stück „Doina“ durch den erst 23-jährigen Klarinettisten Koen Cuijpers. Uraufführung eines Meisterwerkes. Doch das war nicht die letzte Spitze des Vermögens. In den Zugaben für das „nie zufriedene Heeker Publikum“, so der schmunzelnde Dirigent Kuijpers, spielte das Orchester erstmals öffentlich das Werk „Push“. 2001 hatte es der Amerikaner Rob Smith komponiert. Das komplizierte Meisterwerk umfasst ein großes Spektrum moderner Expressivität. Rauschender Applaus ließ die Gesichter der jungen Musiker einmal mehr entspannt strahlen. Elvira Meisel-Kemper