»Hohes Niveau der Meisterschüler«
Abschlusskonzert des Meisterkurses Klavier von Ilja Scheps
Westfälische Nachrichten, 21.09.2009
Heek-Nienborg - Ein imposanter Anblick bot sich den rund 50 Besuchern im Konzertsaal der Landesmusikakademie. Zwei elegant glänzende Steinway-Flügel standen bereit, um von den sechs Teilnehmern des Meisterkurses Klavier von Ilja Scheps im Abschlusskonzert zum Klingen gebracht zu werden. Es war eine sehr intensive Arbeitswoche, in denen die auserwählten Meisterschüler in einer Art feilten und probten, wie es ihnen an der Musikhochschule Köln Abteilung Aachen nicht möglich ist.
„Es sind Musikstücke, welche die Studenten weiterbringen“, verriet der zufriedene Scheps nach dem Konzert. Seit sechs Jahren verlegt er alle zwei Jahre eine intensive Arbeitswoche mit Studenten von Aachen nach Nienborg. „Ich war wie immer glücklich in Nienborg. Die Überraschung war für mich das Abschlusskonzert auf diesem hohen Niveau“, strahlte der überwältigte Meisterlehrer weiter. Der Applaus des Publikums fiel genauso überwältigend aus. Der Grund dafür war die klassische Klangfülle, die von den jungen Musikern virtuos und hochkonzentriert entfaltet wurde.
Florian Koltun entzündete mit dem Andante aus der Sonate d-moll L 422 und dem Allegro der Sonate d-moll L 108 von Domenico Scarlatti als Erster die Begeisterung des Publikums. Der fließende Duktus im Allegro faszinierte genauso wie der wirbelnde Tastenrausch der kleingliedrigen, kontrastreichen Melodik im Andante, die Koltun minutiös auskostete. Auf Scarlatti folgte Wolfgang Amadeus Mozart und Partien der Sonaten F-Dur KV 533 und KV 494. Meisterin dieser Melodien war Sefuri Sumi.
Mit Christine Neumann intonierte Scheps ein weiteres Werk von Mozart als Klavierduo, das Konzert A-Dur KV 488 (Allegro). Beeindruckend, wie der Meisterpianist Scheps sich zurücknahm und seiner Schülerin den Vortritt ließ. Neumann ist genauso wie Anke Pan, die mit Werken von Frédéric Chopin brillierte, die Nachwuchshoffnung von Scheps. Beide machen demnächst ihr Abitur und, so hofft der Meister, werden Musik bei ihm in Aachen studieren. Mitreißend war die ungarische Rhapsodie Nr. 12 von Franz Liszt, die Neumann zum krönenden Abschluss des Konzerts spielte.
Bezaubernd schlicht verabschiedeten sich alle jungen Musiker nach ihren Vorträgen vom Publikum, obwohl sie Großartiges geleistet hatten. Begeisterter Schlussapplaus des Publikums belohnte sie dafür, während Bernhard van Almsick, Bildungsreferent der Landesmusikakademie, sie mit Blumen für ihre Leistung beglückwünschte.
Elvira Meisel-Kemper