Jugendlich frisch und hoch konzentriert

Westfälische Nachrichten, 13.08.2009

Heek-Nienborg - Jugendlich frisch, hoch konzentriert und äußerst motiviert: Sehr professionell präsentierten sich die rund hundert Musiker des Landesjugendorchesters (LJO) am Mittwochabend im voll besetzten Konzertsaal der Landesmusikakademie. Das dargebotene rund dreistündige Programm ist das Ergebnis einer zehntägigen Arbeitsphase des Orchesters, das schon zum 182. Mal in der Akademie übte - dieses Mal unter der Leitung des Dirigenten Hubert Buchberger.

Noch beeindruckender als diese Fakten ist die musikalische Leistung der jungen Musiker. Viele sind Preisträger des Wettbewerbs „Jugend musiziert“. Die festgelegte Altersspanne von 14 bis 22 Jahren im Orchester entspricht ungefähr den Vorgaben des jährlichen Wettbewerbs. Eine strenge Auswahl bildet die Grundlage für die Qualität des Orchesters, in dem die Streicher rein zahlenmäßig dominieren. Musikalisch profitiert das Orchester auch von den vielen Solisten unter den Bläsern.Die Auswahl der Konzertstücke kam dieser Besetzung sehr entgegen. Zoltán Kodály (1882-1967) wurde mit seinen „Tänzen aus Galanta“ am Anfang des Konzerts zu Gehör gebracht. Kodály formt aus den Volkstänzen seiner ungarischen Heimat und dem Erbe von Bach und Bartok einen eigenen Stil, der bei den gespielten Tänzen deutlich zu hören war. Ein äußerst subtiler Wechsel zwischen dem orchestralem Klangteppich und dem Solospiel der Bläser bedeutete gleichzeitig temperamentvolle Wechsel der Tempi.Das Violinkonzert D-Dur op.61 von Ludwig van Beethoven stand ebenfalls auf dem Programm, gefolgt von Peter Tschaikowskys „Suite caractéristique“ und die fröhlich klingende Zugabe der „Circus Polka“ von Igor Strawinsky.Für Gänsehaut sorgte bei Beethovens Violinkonzert der Auftritt des Violinisten Georg Sarkisjan. Er ist gerade 23 Jahre alt, stammt aus Lettland und studiert seit 2004 an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf. Nicht nur das Zusammenspiel mit dem Orchester war ein besonderer Bonbon des Konzerts, sondern auch die Solopassagen. Orchester, Dirigent und Publikum folgten beinahe atem- und regungslos seinem Vortrag, bis sich die Spannung endlich in einem rauschenden Applaus lösen konnte, der letztlich allen Musikern galt und in stehende Ovationen mündete.Mit diesem Programm wird die Tournee des LJO mit Sicherheit erfolgreich sein. Elf Auftritte in Deutschland, Tschechien, Kroatien und zum Schluss am 15. Oktober in Pécs/Ungarn liegen vor den Musikern. Elvira Meisel-Kemper