»LMA: Meisterwerke als Geschenke«
Westfälische Nachrichten, 17.05.2009
Heek-Nienborg - Klerikale Klänge und Knabenchor-Stimmen, Musik der Renaissance und Titel von den Beatles, Barbershop-Gesang und Blasmusik - die Landesmusikakademie Nienborg wurde am Samstag zum 20. Geburtstag mit musikalischen Präsenten geradezu überhäuft.
Stand am Tag zuvor beim offiziellen Festakt noch das gesprochene Wort - unter anderem mit einer Festansprache von Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff - im Mittelpunkt, spielte am Samstag die Musik die Hauptrolle.
Mehr als 20 Ensembles gratulierten alleine tagsüber beim »Tag der musikalischen Begegnung« sozusagen nach Noten. Und die »Jubilarin« LMA genoss das alles nicht im stillen Kämmerlein, sondern ließ viele Menschen an ihrem Ehrentag teilhaben.
Für weit mehr als 12 Stunden verwandelte sich Nienborg in den wohl swingendsten Ortes des Landes an diesem Wochenende. Auf Außenbühnen und in den Sälen der Musikakademie und des Langen Hauses wurden dabei nicht nur einfach gesangliche oder instrumentale Geschenke abgeliefert, sondern vielfach Meisterwerke im wahrsten Sinne des Wortes: Kulturpreisträger und Mitglieder von landesweit besetzten Auswahlorchestern, Deutsche Meister und Preisträger internationaler Festivals bewiesen ihr hohes musikalisches Niveau. Ob symphonische Blasmusik (Orchester des Gymnasiums Paulinum Münster), der ausdrucksstarke Barbershop-Gesang von »Ladies First« (Dortmund) oder der nuancierte Vortrag des Ersten Essener Akkordeon-Orchesters - alle Ensembles konnten sich der ungeteilten Aufmerksamkeit des Publikums sicher sein. Und: Wohl alle Zuschauer/Zuhörer dürften im Laufe des Tages ihren persönlichen musikalischen Favoriten gefunden haben.
Die Nienborger selbst lieferten zu diesem besonderen ganztägigen Konzerterlebnis mit einem Straßenfest den passenden Rahmen: Soccercage und Kistenstapeln, Tänze von Aktiven des Rot-Weiß Nienborg, Platzkonzert, Flohmarkt und vielfältige gastronomische Angebote rundeten den Aufenthalt im Schatten der Burg ab.
Ernst-Leopold Schmid, als Direktor der Landesmusikakademie Geburtstagskind und Gastgeber in einer Person, zeigte sich am Ende des Tages der musikalischen Begegnung denn auch zu Recht zufrieden. »Ein bunter und vielfältiger Tag«, zog er im Gespräch mit den WN Bilanz und freute sich über die Beteiligung von rund 800 Musikern aus NRW: »Junge und Alte sind dabei, Halbprofis und Amateure. Dieses breite Spektrum spiegelt zugleich die Arbeit der Landesmusikakademie wider, die sich für alle Musiker immer auch als Ort der Begegnung versteht.«
Den Gästen des Jubiläums bleibt die Vorfreude auf den nächsten großen Geburtstag, der nicht 20 Jahre auf sich warten lässt - schon 2014 gibt es (hoffentlich) wieder Grund zum feiern. - Klaus Wiedau -