»Den Musikus im Kind früh wecken«
Forum Laienmusik stellt Förderprojekte vor
Münsterland-Zeitung, 27.11.2008
Heek. »Musik ist Trumpf« stellt Arnd Bolten oben auf der Bühne im Konzertsaal der Landesmusikakademie NRW fest. Die etwa 30 Zuhörer vor ihm braucht der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Laienmusik im Landesmusikrat NRW davon nicht zu überzeugen. Sie sind aus dem ganzen Land nach Nienborg gereist, um sich im Forum Laienmusik über neue Projekte zu informieren.
Ein Strichmännchen mit blondem Schopf strahlt hinter Bolten von der Bühnenwand hinab: Toni, das Maskottchen für ein neues Singförderprojekt des Chorverbands NRW. Dass die Kinder, die mitmachen, nicht minder strahlen, berichtet Bundeschorleiter Prof. Michael Schmoll, einer der Liedergarten-Initiatoren: »Singen macht glücklich und fördert die Intelligenz der
Kinder«, lautet sein Motto – mehr als nur ein griffiger Spruch: Das Singen und Musizieren gehöre zu den Grundbedürfnissen der Menschen und fördere nicht nur seine Gesundheit, sondern auch die soziale Kompetenz und die Sprachfähigkeit.
Singen mit Toni
Das Projekt richtet sich an zwei Altersgruppen: Kinder im Alter von 18 Monaten bis vier Jahren und von vier bis sechs Jahren. Bei der Frühförderung der ganz Kleinen werden Eltern-Kind-Singgruppen unter der Patenschaft bestehender Chöre sowie weiterer Partner gegründet. Die Leitung dieser Gruppen obliegt Lehrerinnen und Lehrern. Um die Älteren für den Gesang zu begeistern, entwickelt der Chorverband derzeit eine Bildungsmaßnahme für pädagogisch-musikalisch Interessierte.
Flötentöne beibringen
Wer Gefallen an der eigenen Stimme als Instrument hat, lernt auch leichter, andere Instrumente zu lieben, wie der Referent betont – die ideale Überleitung nicht nur zum Vortrag des Blechbläserensembles der Musikschule Steinfurt, sondern auch zum nächsten Vortrag: Bernd Nawrat, Landesgeschäftsführer des Volksmusikerbunds, stellt das Projekt »Musikus« vor – für Kinder im Vor- und Grundschulalter. Dabei gehe es darum, dem Nachwuchs die Flötentöne beizubringen – nicht etwa mit der Vermittlung von abfragbarem Wissen, sondern mit der Lust am Ausprobieren: Denn in jedem Kind stecke ein Musikus, so Nawrat.
Das sehen nicht nur Musikvereine so, sondern auch Musikschulen: Welche Kooperationsfelder es neben der Nachwuchsförderung noch gibt, stellt Eva-Luise Roth im dritten und letzten Vortrag des Nachmittags in der Landesmusikakademie vor. sy-