»Ganz besondere Bibliothek –
LMA erwirbt Nachlass des Komponisten Medek«

Westfälische Nachrichten, 13.11.2008

Freuen sich über die Bibliothekserweiterung (v.l.): Ernst Leopold Schmid (Direktor Landesmusikakademie), Raimund Pingel (Vorsitzender Förderverein), Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek, Reinhard Knoll (Trägerverein Musikakademie), Elke Wülfing (Vorstandsmitglied Förderverein), Hubert Steinweg (Geschäftsführer Förderverein) und Bürgermeister Dr. Kai Zwicker · Foto: Ralph Schippers, Westfälische Nachrichten

-rs- Heek-Nienborg. Seinen Antrittsbesuch bei der Gemeinde hatte er bereits im Sommer absolviert,
gestern nun war Dr. Peter Paziorek erneut in Heek zu Gast - genauer in der Landesmusikakademie.
Qua Amt gehört der Regierungspräsident zum Vorstandskreis der Gesellschaft der Freunde und Förderer
der Bildungseinrichtung, die ihre alljährliche Mitgliederversammlung nach einem Intermezzo in Münster
im vergangenen Jahr dieses Mal wieder in der Dinkelgemeinde abhielt. Zwar konnte Paziorek an dieser
nicht gänzlich teilnehmen, Zeit für ein Gespräch mit den Mitgliedern des Vorstandes sowie ein einen
vorausgehenden offiziellen Pressetermin blieb trotz engem Terminkalender dennoch. Übergab die Förder-
gesellschaft doch eine mit rund 1.000 Bänden sehr umfangreiche musikwissenschaftliche Bibliothek
an die Akademie, deren Anschaffung dank Spenden möglich geworden war. Die Sammlung stammt aus
dem Nachlass des 2006 verstorbenen Komponisten Tilo Medek und bietet einen Querschnitt vom
Standardwerk bis hin zur Monografie.

»Es handelt sich um eine ganze besondere Bibliothek«, freute sich Akademieleiter Ernst-Leopold
Schmid über die Bereicherung des bereits vorhandenen Bestandes. Hintergrund ist die Herkunft Medeks,
der bis zu seiner Ausbürgerung 1977 in der DDR lebte. Der Akademie stehe es überdies sehr gut
an, über den Nachlass eines bedeutenden deutschen Komponisten der Gegenwart zu verfügen.
Raimund Pingel, Vorsitzender der Fördergesellschaft, stieß in die gleiche Kerbe: Er bezeichnete den
Erwerb der Sammlung Medek als einen wichtigen Beitrag zur weiteren Attraktivitätssteigerung
der Musikakademie.

Regierungspräsident Paziorek freute sich, seinen ersten offiziellen Besuch in der Akademie »mit diesem
besonderen Anlass« kombinieren zu können. Er betonte, in der Tradition seiner Vorgänger zu stehen
und die Einrichtung nach Kräften unterstützen zu wollen.

Mit gut 67.000 Euro, so stellte Vorsitzender Pingel in der anschließenden Mitgliederversammlung der
Fördergesellschaft heraus, habe diese die Akademie im zu Ende gehenden Jahr unterstützt. Dass es
gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um mehr als das Doppelte war, lag vor allem auch an der Großspende
der NRW Bank, die Ende 2007 100.000 Euro zur Verfügung stellte. So konnten 20.000 Euro für Seminare
bereitgestellt und für insgesamt 21.600 Euro die Bibliothek erweitert werden (inkl. Erwerb Sammlung
Medek). 14.700 Euro wurden für einen Yamaha-Flügel investiert. Für die Erstellung einer CD mit dem
Liedgut von Hugo Wolf- diese eignet sich nach Worten Pingels gut als Weihnachtsgeschenk – wurden
6.000 Euro und für einen Kleinbus 1.500 Euro ausgegeben.

Der von Geschäftsführer Hubert Steinweg vorgestellte Wirtschaftsplan 2009 umfasst ein Volumen von
42.800 Euro. Größter Posten ist mit 15.000 Euro die Unterstützung des internationalen
Kammermusikkurses mit dem Musikinstitut in Montepulciano/Italien, der in Heek durchgeführt wird.
Seminare und Projekte werden mit 10.000 Euro unterstützt und die Dokumentation zum 20-jährigen
Bestehen der Akademie mit 6.000 Euro gefördert.

Aus dem Vorstand verabschiedet wurden Hildegard Matthäus, ehemals Vorsitzende des Kulturausschusses
des Landtages, und Heiko Winkler, früherer Vorstandsvorsitzender der Provinzialversicherung.