Mitgliederversammlung der Landesmusikakademie NRW 2007

Reinhard Knoll bleibt Vorsitzender des Trägervereins

Die Belegung der Akademie wird zum Ende des Jahres 2007 um rund 2000 Teilnehmertage auf 21.050 Teilnehmertage gegenüber dem vergangenen Jahr 2006 ansteigen. Damit ist der Belegungsrückgang im vergangenen Jahr, der durch die kurzfristige Erhöhung der Tagessätze zum 01. August 2006 verursacht worden war, wieder ausgeglichen. Mit dieser erfreulichen Nachricht konnte der Vorsitzende des Trägervereins Reinhard Knoll die diesjährige Mitgliederversammlung am Donnerstag in den Räumlichkeiten der Akademie in Heek/Nienborg eröffnen. Rund 9.000 Gäste besuchten auch im laufenden Jahr die Landesmusikakademie NRW. Über das Jahr verteilt wurden 275 Veranstaltungen durchgeführt. Neben einem großen Anteil an Gastbelegungen der Trägerverbände und Fremdbelegungen mit Orchestern, Chören und Ensembles unterschiedlicher Richtungen zeichnete die Akademie selbst für 131 Veranstaltungen verantwortlich. Dazu gehören regelmäßig Vorstand Qualifizierungsmaßnahmen für Laienmusiker, Fort- und Weiterbildungen für Musikpädagogen, Förder- und Meisterkurse für Instrumentalisten und Sänger sowie Jahresprojekte. Angestoßen durch die Pisa-Studie und die Iglu-Studie richtet sich der Focus der Kulturpolitik und der Bildungsplanung auf das Bildungsfeld Kultur im Unterricht der Schule sowie auf ergänzende Bildungsangebote im Ganztagsbereich der Schule. Die Versammlung konnte vernehmen, dass die Landesmusikakademie NRW auf die neuen musikpädagogischen Bildungsinitiativen mit aktuell entwickelten, praxisorientierten Fortbildungskonzepten, Seminaren und mehrphasigen berufsbegleitenden Qualifizierungen reagiert. Die Delegierten konnten sich während des öffentlichen Teils der Mitgliederversammlung dessen Thema »Jedem Kind seine Stimme« war, von einem weiteren Projekt der Landesmusikakademie überzeugen, dem »Knabenchor Gütersloh e.V. in Kooperation mit der Landesmusikakademie NRW«. Durch Vermittlung des Deutschen Musikrats und auf Einladung des Goetheinstituts reiste der Chor im Oktober zum Festival Internazionale di Cori di Voci Bianche nach Turin. Unter der Leitung von Sigmund Bothmann und Ernst Leopold Schmid gestaltete der Knabenchor und die Choralsingschule Gütersloh gemeinsam Konzerte im Dom von Casale Monferrato und in der neu restaurierten Barockkirche Santa Pelagia in Turin. Der Knabenchor ist u.a. am 01. Dezember um 20.15 Uhr in der ARD zu sehen. Bei den turnusmäßigen Vorstandswahlen wurde der Vorstand wie folgt neu gewählt: Vorsitzender: Reinhard Knoll, 1. stellvertretender Vorsitzender: Bürgermeister Dr. Kai Zwicker, 2. stellvertretender Vorsitzender: Georg Kindt, Beisitzer: Landrat Gerd Wiesmann, Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg, Annegret Krauskopf, Prof. Dr. Werner Lohmann, Dr. Walter Lindenbaum, Volker Gerland, Werner Middendorf. Der Ausblick auf die Höhepunkte für das Jahr 2008 richtete sich auf die Europäische Jazzakademie im Mai des kommenden Jahres, auf einen Internationalen Kammermusikkurs 2008/2009 sowie auf eine Künstlerwerkstatt zur historischen Aufführungspraxis in Zusammenarbeit mit dem Orchester L´Arte del Mondo. Das gesamte Jahresprogramm 2008 ist ab sofort erhältlich, Bestellung unter Tel.: 0 25 68 / 93 05 - 0, über E-Mail an <info@landesmusikakademie-nrw.de> oder im Download auf dieser Homepage  Zum Download  Im weiteren Verlauf der Sitzung berichtete Hubert Steinweg als Vertreter der Gesellschaft der Freunde und Förderer über die Aktivitäten des Fördervereins. Demnach unterstützte die Gesellschaft der Freunde und Förderer die Akademie im laufenden Jahr mit € 31.000,00. Für das kommende Jahr wurden finanzielle Mittel in Höhe von rund € 60.000,00 zugesagt. Bei den Haushaltsberatungen konnte der Geschäftsführer Gerd Kühlkamp ausgeglichene Haushalte für die Jahre 2007 und 2008 vorlegen, die von den Delegierten einstimmig beschlossen wurden. Auch der Bericht über die bereits vorliegenden, verbindlichen Belegungszahlen des kommenden Jahres lässt die Versammlung positiv ins kommende Jahr blicken.

Singen mit Kindern – neue Initiativen in NRW

[Landesmusikrat NRW] »Das Singen ist der Anfang der Musik,« stellte Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff in einer öffentlichen Veranstaltung anlässlich der Mitgliederversammlung der Landesmusikakademie fest und setzte fort: »und übrigens bin ich der Meinung: auch für den Tanz.« Die 1968er Bewegung habe das Singen zu Unrecht mit den Altlasten der Vergangenheit in Verbindung gebracht. »Die 68er waren notwendig, aber sie waren auch irrig.« Dass das Singen in der Gesellschaft so zurückgegangen sei, solle sich in NRW jetzt ändern.

Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff kündigte nichts weniger als eine landesweite Kampagne für das Singen an. Mit dem Vorstand der Landesmusikakademie hatte er beschlossen, eine Studie in Auftrag zu geben, die die Defizite im Singen und den Handlungsbedarf genau benennen soll. Gleichzeitig sind schon die ersten beiden Pilotprojekte zur vokalen Musikalisierung von Grundschülern angelaufen: »Jedem Kind seine Stimme« heißt es in Neuss und in Münster. Reinhard Knoll (Leiter der Musikschule Neuss und Vorsitzender der Landesmusikakademie) und Inga-Mareile Reuther (Westfälische Schule für Musik Münster) stellten die Projekte vor.Allseits beklagt wird der immer geringer werdende Anteil von Jungen in Kinderchören und Singinitiativen. Dass man dem entgegenarbeiten kann, bewiesen der Knabenchor Gütersloh und seine Leiter Sigmund Bothmann und Ernst Leopold Schmid (Direktor der Landesmusikakademie) nicht nur mit konzisen Einführungen in die chorische Arbeit, sondern auch mit schwungvollen Auftritten des Chors. Wobei das Publikum aufmerksam registrierte, dass auch in die Reihen des Knabenchors Gütersloh vier Mädchen eingerückt sind – als »Behelf«, wie Sigmund Bothmann versicherte.