»Mit Rhythmus starten«

Landesmusikakademie bietet Weiterbildung für alle an,
die mit Kindern zusammenarbeiten

Münsterland-Zeitung Ahaus, 11.10.2006

Heek-Nienborg. Kinder fördern durch Musik und Bewegung - das ist das Ziel der berufsbegleitenden Zusatzausbil-dung zur »Qualifikation für Rhythmische Erziehung«, die am 13. November in der Landesmusikakademie NRW beginnt. Sie richtet sich an Interessenten, die die rhythmisch-musikalische Erziehung im erlernten, ausgeübten oder angestrebten Beruf anwenden wollen. Das Bildungswerk Rhythmik e.V. als Träger führt diese Zusatzausbildung seit 24 Jahren bundesweit an verschiedenen Standorten in Deutschland und seit 1996 auch in Österreich durch. Die Erfahrungen mit den bisherigen Absolventen belegen, dass diese Zusatzausbildung außerordentlich arbeitsplatzsichernd und -fördend wirkt, wie die Sprecherin der Landesmusikakademie betont. Diese Qualifikation sei zudem von der Deutschen Zentralstelle für Fernunterricht in Köln anerkannt.

Für Ganztagsschulen
Der Lehrgang gliedert sich in sechs einwöctüge Nahunterrichtsphasen in der Landesmusikakademie, in denen die Teilnehmer systematisch und sehr praxisorientiert in die Rhythmische Erziehung als pädagogische Methode eingeführt werden, und sechs Fernunterrichtsphasen, in denen die Teilnehmer zu Hause das jeweils Erlernte vertiefen und in ihrer Einrichtung oder anderen Praxisgruppen anwenden. Im spielerischen Umgang mit Musik und Bewegung, vor allem in der ständigen Wechselwirkung von Musik, Bewegung und Sprache erleben Kinder eine vielseitige Förderung ihrer wahrnehmenden, motorischen, musikalischen, kognitiven, sozialen und gestalterischen Fähigkeiten.

Die rhythmische Erziehung ist heute aktueller denn je. Sie findet Eingang in alle pädagogischen Arbeitsfelder: in Kindergarten und -hort, in die Grundschule, vor allem in die neuen Ansätze zur Ganztagsgrundschule, in die Musikschule, in heil- und sonderpädagogische Einrichtungen. Sie sei besonders in alle Konzepte zur Verzahnung von Ganztagsgrundschule und Musikschule sehr gut integrierbar, denn sie biete methodisch fundierte Ansätze zum Gruppenunterricht und könne helfen, die großen Lücken im musikalischen Sektor der Grundschulen zu schließen, wie die Organisatoren betonen. Aber auch Erzieherinnen könnten dem Bildungsauftrag des Kindergartens mit Methoden der rhythmischen Erziehung gezielt nachkommen.
Die rhythmische Erziehung wirkt den Bewegungsdefiziten und den daraus folgenden Entwicklungsverzögerungen vieler Kinder entgegen und vermittelt ihnen die Erfahrung: »Musik ist in mir, ich kann sie selber machen - und das macht Spaß!« –o.A.–