Streicher, Striche und Synkopen

Der Ursprung des Jazz liegt zweifellos in Nordamerika, die kulturellen Impulse verdankt er aber der Migration: Vor allem aus Afrika, aber auch immer wieder aus Europa wanderte Musikkultur in die Vereinigten Staaten ein, die Jazz als lebendige Musikrichtung permanent neu erschaffen hat. Auch die Geige hat erst eine lange Seereise gen Westen hinter sich bringen müssen, bevor sie zur swingenden Jazzvioline werden konnte: Giuseppe »Joe« Venuti und Stéphane Grappelli, die ersten großen, populären Geigenvirtuosen in der Geschichte des Jazz, waren musikkulturell in der Alten Welt verwurzelt. Aber auch später blieb das Zepter fest in europäischer Hand, getragen von z.B. Jean-Luc Ponty und Didier Lockwood (Frankreich), oder Michal Urbaniak, Zbigniew Seifert und Krzesimir Debski (Polen). Zugegeben: Vom Hot Jazz bis zum Modern Jazz war es ein langer Weg! Trotzdem bleibt es plausibel, dass einer der weltweit angesehensten Jazzgeiger unserer Zeit auch kein gebürtiger Nordamerikaner ist: Joerg Widmoser, der als Dozent für den Kurs »Jazz for Strings« in Heek gewonnen werden konnte, ist Bayer! Was passiert nun, wenn der »Pat Metheny der Violine« (Philadelphia Inquirer), auf Streicher trifft, die sich bisher ausschließlich an klassischer Musik versucht haben? Die 34 Fotos dieser Bildergalerie, aufgenommen am 13. November 2010, können nur einen kleinen, aber durchaus lohnenden Einblick in die Arbeit im Rhythmiksaal der Landesmusikakademie NRW geben. Schauen Sie nur herein ... Bildauswahl, Zusammenstellung und Text: Peter Husemann.

 

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Hier ist Jazz nicht nur »graue Theorie« ...

Foto: Peter Husemann

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